Wo Flammen und Asche zu Hause sind

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Die Trottel und ihr Spielzeug
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Prolegomena

Lieber Rezipient: Sind Sie ein Trottel?

~*~

Vorbereitungen

Es werden 31 Kärtchen mit den alltäglichen Buchstaben des standartlateinischen Alphabets beschriftet. Wer bereits an dieser Aufgabe versagt, dem ist das Stück nicht zuzutrauen. Anschließend werden alle in einen Pott geworfen und ein Zettel wird gezogen. Der Buchstabe, der darauf erscheint, ist im Stück folgendermaßen einzubringen: Als Pappfigur im Hintergrund. Ist die Gesellschaft lustig und haben alle Leute Spaß am Zettelziehen, können auch bis zu zwei Zettel insgesamt, also noch einer mehr als keiner auf den einen, der ja schon gezogen wurde, gezogen werden. Entspricht der Zweite dem Ersten, wurde etwas falsch gemacht. Entsteht dabei ein Wort, wurde auch etwas falsch gemacht. Wenn jemand noch nicht dahinter gekommen ist, dass man eigentlich nur 30 Zettel beschriften kann, weil es keinen einunddreißigsten Buchstaben gibt, so hat er auch etwas falsch gemacht. Spätestens an dieser Stelle wird also deutlich, dass das Stück niemandem zuzutrauen ist. Dies sei jetzt als kleiner Vorgeschmack gesagt: Sie waren soeben mein Spielzeug.
Insofern viel Vergnügen.
Ihr wisst ja, die Verantwortung liegt bei euch und allein der Autor steht darüber und ist der Einzige, der am Ende lacht, wenn es jemand nicht verstanden hat. Und er gibt sich sichtlich Mühe, um nicht verstanden zu werden. Wer weiß, welche Narretei die letzte in unserem Leben ist. Die Grenze zum Wahn ist unsichtbar, unscheinbar.

~*~

Vorwort

Dies soll eine recht alltägliche Situation darstellen. Tun Sie also so, als wären Sie im Alltag, was Ihnen ja nicht sonderlich schwer fallen dürfte.

~*~

Anmerkung

Das Stück mag recht überzogen wirken.
Aber der Autor ist sich selbst nicht mehr sicher, ob er dieses wandelnde Elend wirklich als fiktiv bezeichnen darf.

~*~

Wichtige Bemerkung

Die kommentierenden Zuschauer sitzen im Publikum. Stehen Aktionen wie „Applaus“ oder „Buhrufe“ da, sind sie nur von diesen durchzuführen. Kommt ein neuer Gast auf die Bühne, applaudieren sie. Ihre Anzahl kann durchaus mehr sein als im Stück aufgezählt werden, das verstärkt den Effekt. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass auch die Besucher noch Platz benötigen.

~*~

Hinweis

Die Personen haben allesamt einen flachen Charakter und sind allgemein sehr sche(l)menhaft.
...
Beabsichtigt. Alles beabsichtigt...

~*~

Personen

Person X, ist die einzige Person, die hier vernünftig handelt. Leider bringen wir nichts über sie in Erfahrung.
Showmaster, profitbedacht
Markus, schizophren?
Edeltraud, sehr alt
Werner, noch älter
Arne, geht fremd
Beatrice, dessen Ehefrau, geht auch fremd
Christian, Arnes Bruder, geht auch fremd
Diana, Felix’ Frau, geht auch fremd
Erna, Gebrauchsgegenstand, kann nicht fremdgehen
Felix, Dianas Mann, geht auch fremd
Gregor, Aufklärer, geht auch fremd
Caroline, in einer Krise
Steffi, Grund für diese Krise
Lars, unentschlossen
Sandra, Gegenteil von Katie
Katie, Gegenteil von Sandra
Katomon, siehe Katie; Megahieb!
Produzent, profitbedacht
Verantwortlicher für die Piepgeräusche, sollte entlassen werden
Aufnahmeleiter, profitbedacht. Man hört ihn nur über ein Lautsprechersystem.
Techniker, wird herumgescheucht
Personen, durchnummeriert und kommentieren die Sendung dann und wann

~*~

Erste Szene

Wir befinden uns immer am gleichen Ort. Außer dem physikalischen Wunder von mehrmaligen Zeitsprüngen (zu je bis zu 27 Minuten, da diese Fernsehshow zwei Werbepausen braucht) ist die Zeit wunderbar einheitlich.
Auf der Bühne ist im Hintergrund ein Logo angebracht, was, vorher gut durchdacht, aus ein bis zwei Buchstaben gebildet wurde. Auf der Bühne befinden sich ein Sofa mit zwei und eines mit drei Plätzen. Im Hintergrund sieht man Fenster und pro Seite eine Tür. Auf der linken Seite sind es allerdings zwei. Betreten Schauspieler die Bühne, kommen sie auf der linken Seite aus der Tür auf der rechten Seite. Die Tür auf der linken Seite auf der linken Seite dient zum Verlassen der Bühne für die Schauspieler. Wohlbemerkt dem geplanten Verlassen. Möglichst weit vor der Bühne, um den Blick auf selbige nicht zu hindern, befinden sich auf der rechten Seite ein Fernsehgerät und ein Sessel. Um zu verdeutlichen, dass das Gespielte in diesem Fernseher erscheint, kann er auch durch eine Pappe ersetzt werden. Dabei ist zu bedenken, dass der Bildschirm aus der Pappe herauszuschneiden ist, sodass deutlich wird, dass Person X zusieht. Ferner befindet sich eine Stange auf der Bühne. So wie in einem Striplokal. Auch steht eine vierte Tür auf der Bühne. Es ist so zu bewerkstelligen, dass die Tür lose dasteht. Man sollte sie also noch umkippen können. Allgemein ist dieses Konstrukt in Mystik zu tauchen. Mit Nebel und düsteren Farben. Erst nötig, wenn jemand davorsteht. Auf der linken Seite befindet sich noch ein Stuhl mit Riemen zum Festschnallen.
Noch ist es dunkel, aber nicht so dunkel, dass man nichts mehr erkennt.
Wir sehen, dass die Bühne noch leer ist. Das bleibt sie so lange, bis ein Mann mit überdurchschnittlichem Gewicht, etwa um die 50, sehr gepflegt, auf der Bühne erscheint. Es ist der Produzent. In seiner Rechten hält er einen stabilen Block und einen Stift, in der Linken die attraktive Auszubildende. Sie tun sehr geheimnisvoll. Er schäkert ein wenig mit ihr rum, als schließlich der Techniker auftaucht.

TECHNIKER. Herr Produzent!
PRODUZENT (erschrocken, ertappt). Ich hab’ ihn nicht versenkt, ich schwöre es! Es war der-
TECHNIKER. Ich bin’s nur, der Techniker.
PRODUZENT. Techniker! Richtig! Der Techniker war’s!
TECHNIKER. Chef? Ist mit Ihnen alles in Ordnung?
PRODUZENT (bei Sinnen). Das sehen Sie doch! Was wollen Sie hier, Mensch?
TECHNIKER. Ihnen mitteilen, dass wir in wenigen Minuten auf Sendung gehen.
PRODUZENT. Davon merkt man aber nicht viel, Techniker!
(Das Licht geht urplötzlich an.)
PRODUZENT. Verfluchte Bullenschweine, mich werdet ihr niemals-
TECHNIKER. Herr Produzent!
PRODUZENT. Ich meine – richtig! Die Bühnenbeleuchtung macht ihre Arbeit wirklich ausgezeichnet! Weiter so!
TECHNIKER. Vielen Dank, Chef. Die Leute dieser Abteilung sind allerdings selbst keine großen Leuchten.
PRODUZENT. Denen werde ich heimleuchten! Soll ich sie entlassen?
TECHNIKER. Sie arbeiten für wenig Geld. Sie wissen schon, Chef...unser Lichtblick halt...
(Künstlerpause.)
PRODUZENT. Sehr wohl! Sie sollten Ihre Leuchten auf Sparflamme halten!
TECHNIKER. Ich werde mich darum bemühen.
PRODUZENT. Und nun fort, fort! Wo bleibt der Showmaster, wo die Kameraleute? Hier sieht es ja aus wie unter Ihrem Sofa, Techniker!
(Der Techniker kehrt mit einem Besen über die Bühne.)
(Der Showmaster kommt hinzu.)
SHOWMASTER. Herr Produzent, wie erfreulich, Sie hier anzutreffen.
PRODUZENT. Ist alles fertig?
SHOWMASTER. Sehr wohl. Sogar bis in die Werbeblocks ist alles geplant!
PRODUZENT. Was planen Sie bitteschön in meinen Werbeblocks herum?
SHOWMASTER. Wir haben die Zusammensetzung der Werbung geändert.
PRODUZENT. Sie haben was!?
SHOWMASTER. Auf 60% Kosmetik, 25% Diätprodukte, 10% Reinigungsprodukte und 5% Kleidung, Schuhe und Sonderangebote. Für jeden Bereich haben wir mindestens drei gleiche Produkte mit unterschiedlichem Namen; für den Kosmetikbereich sogar fünf!
PRODUZENT. Sie meinen die billigen, die nichts taugen und teuer verkauft werden?
SHOWMASTER. Genau die.
PRODUZENT. Sie sollten Koch werden. Was Sie aus meiner Werbung zusammengerührt haben ist einfach wundervoll!
SHOWMASTER. Vielen Dank.
PRODUZENT. Und was wird mit der Programmvorschau?
SHOWMASTER. Ein Spot von zwanzig Sekunden ganz hinten im letzten Werbeblock. Selbstverständlich nur für die nächste Sendung. Die Zuschauer haben schließlich Videotext und Fernsehzeitung.
PRODUZENT. Sie sind ein Genie!
SHOWMASTER. Zuviel der Ehre. Aber wir haben noch mehr zu bieten.
PRODUZENT. Lassen Sie hören!
SHOWMASTER. Sie erinnern sich noch an den Allzweckreiniger von letzter Woche?
PRODUZENT. Der Ladenhüter?
SHOWMASTER. Der Ladenhüter.
PRODUZENT. Sie haben ihn nicht entsorgt!?
SHOWMASTER. Wir haben ihn nicht entsorgt.
PRODUZENT. Was haben Sie dann mit ihm gemacht?
SHOWMASTER. Ich habe in Auftrag geben lassen, ihn neu unter die Leute zu bringen. Wir holen uns einen Stuhl, der so stark verschmutzt ist, wie er es im normalen Haushalt nach zwanzig Jahren nicht wäre. Dann bringen wir in einem Streifen weiße Farbe auf und lassen das mit dem Computer so bearbeiten, dass es aussieht, als hätte dies alles der Reiniger vollbracht.
PRODUZENT. Herrlich! Herrlich! Sie werden befördert!
SHOWMASTER. Wir verkaufen es jetzt außerdem als asiatisches Produkt.
PRODUZENT. Sehr schön. Vergessen Sie mir aber bloß nicht das langweilige Flötengedöns im Hintergrund. Sie wissen schon, diese Musik, die so nach Asien klingt. Und vergessen Sie auf gar keinen Fall mit Begriffen wie Patchouli und Ylang Ylang um sich zu werfen!
SHOWMASTER. Aber in dem Reiniger sind weder Patchouli noch Ylang Ylang.
PRODUZENT: Egal, tun Sie’s trotzdem!
SHOWMASTER. Sehr wohl.
PRODUZENT. Denken Sie außerdem an unser Publikum!
SHOWMASTER. Wie meinen?
PRODUZENT. Dramatisieren Sie! Es ist gerade mal drei Uhr Nachmittags, wir sind gerade mal die sechste Talkshow, wenn man die anderen Kanäle weglässt und Sie haben die Aufgabe, die Hausfrauen, Arbeitslosen und die Rentner vor ihren Fernsehern zu beglücken.
SHOWMASTER. Soll heißen?
PRODUZENT. Haben Sie jemals einen Rentner andere Leute observieren sehen?
SHOWMASTER. Sehr oft. Sie sind lästig wie die Fliegen.
PRODUZENT. Richtig! Sie sehen gern anderen Leuten zu! Also lenken sie Ihre Gespräche in eine Richtung, wie sie dem Alltag am nächsten kommt, damit unsere Zuschauer das Gefühl haben, als würden sie andere Leute ausspionieren. Denn das macht einen Heidenspaß.
SHOWMASTER (sieht auf die Auszubildende). Ja...
PRODUZENT. Hören sie mir zu, Mensch! Wir wollen doch alle Geld machen!
SHOWMASTER. Sehr wohl, Chef!
PRODUZENT. Ich bin zufrieden mit Ihnen. Weitermachen!
AUFNAHMELEITUNG (Stimme von oben). Noch eine Minute bis zur Sendung!
PRODUZENT (zur Auszubildenden). Kommen Sie Fräulein, das ist nichts für Sie. Begeben wir uns doch in mein Büro.
(Die Kameramänner gehen auf ihre Position, die Beleuchtung wird richtig eingestellt usw.; der Showmaster erhält noch ein wenig Gesichtspuder.)
AUFNAHMELEITUNG (Stimme von innen, verhallend). Drei, Zwei, Eins und Action!

~*~

Zweite Szene

(Person X kommt herein und verhält sich so als würde sie gerade von draußen vor der Tür hereinkommen, d.h. Schuhe ausziehen, Jacke ablegen usw.; anschließend holt sie sich etwas zu trinken und eine Schüssel voll Chips. Dann setzt sie sich auf den Sessel vor dem Fernsehgerät vorn auf der Bühne und tut so, als würde sie selbiges einschalten. Diese Aktionen sind mit speziellem Licht deutlich zu machen, etwa mit Scheinwerferlichtkegeln, damit diese Handlung auch jedem deutlich wird. Währenddessen gehen auf der Bühne immer noch alle auf ihre Positionen. Schließlich ertönt eine schreckliche Titelmelodie.)

~*~

Dritte Szene

SHOWMASTER. Herzlich Willkommen zu (Schaut hinter sich und liest die Buchstaben vor, die auf dem Papplogo stehen.)! Auch heute haben wir wieder einige interessante Gäste für Sie zu bieten! Unser erstes Thema ist: „Sag mir die Wahrheit! Wen liebst du wirklich?“ Mein erster Gast hierzu hat ein kleines Geheimnis und das wird er uns gleich erzählen. Hier ist er, einen kräftigen Applaus für Markus!
(Markus kommt herein und setzt sich.)
SHOWMASTER. Markus, was ist dein Geheimnis?
MARKUS. Jaaa...also...ich bin 20 und frisch verliebt.
SHOWMASTER. Hm. Nun ist das aber noch nicht wirklich ein großes Geheimnis.
MARKUS. Ja, das ist...meine Süße ist 62 Jahre älter als ich.
(Entsetzen. Dann Schweigen.)
SHOWMASTER. Also ist deine Geliebte 82?
MARKUS. Ja.
SHOWMASTER. Heißen Sie mit mir herzlich willkommen: Hier ist Edeltraud!
(Edeltraud tritt ein.)
SHOWMASTER. Edeltraud! Sie sind Markus’ Geliebte, haben wir eben erfahren?
EDELTRAUD. Ja.
SHOWMASTER. Markus, was findest du an dieser doch schon älteren Frau?
MARKUS. Sie bringt’s einfach voll...
EDELTRAUD. Sein Schwanz (Piepen) bei mir immer richtig groß, das bringt keine andere!
SHOWMASTER. Oho, das klingt ja sehr, äh, spannend. Aber Markus hat dir noch etwas zu erzählen!
MARKUS (wendet sich ihr zu). Schatz...ich liebe jemand anderen.
EDELTRAUD (verliert ihr Gebiss). Waff? Wie kanfft tu nur!?
SHOWMASTER. Und wer dieser Unbekannte ist, erfahren wir jetzt: Hier ist mein nächster Gast, der Werner!
(Während Edeltraud sich um ihr Gebiss kümmert, tritt Werner, ein Mann von 90 Jahren, ein. Wieder Entsetzen, dann Stille. Als sich Werner hinsetzen will, hört man ein Knacken.)
SHOWMASTER. Werner! Du bist ja noch richtig, äh, knackig!
WERNER. Ja.
EDELTRAUD. Markus, was hat das zu bedeuten!?
MARKUS. Ich steh’ seit Neuestem auf Männer...
EDELTRAUD Seit wann seid ihr zusammen?
MARKUS. Seit etwa zwei Jahren.
(Entsetzen. Stille. Der Showmaster geht ins Publikum.)
SHOWMASTER: Mal schauen, was das Publikum dazu sagt.
PERSON 1. Findest du nicht, dass es ein wenig abartig ist, dass du ältere Menschen liebst?
MARKUS. Nein. Denn wahre Liebe kommt von innen.
PERSON 2 (steht auf und schreit). Er hat etwas humanes gesagt! Los, klatscht!
(Klatschen.)
EDELTRAUD. Warum hast du mir diese Affäre verschwiegen?
MARKUS. Ich war mir unsicher.
EDELTRAUD. Du bist so ein Arschloch (Piepen), mir gestohlen bleiben!
MARKUS. Tja.
SHOWMASTER. Hauptsache, du wirst mit Werner glücklich oder wie?
MARKUS. Ja. Ich liebe ihn.
(Klatschen.)
SHOWMASTER. Nun, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als euch viel Glück zu wünschen. Und, Edeltraud, nicht traurig sein – andere Enkel haben auch schöne Söhne!
(Alle ab. Klatschen.)
SHOWMASTER. Kommen wir nun zu einer Geschichte, die meinen nächsten Gast, Arne, ziemlich beunruhigt. Er ist nämlich der Meinung, dass ihn seine Frau, die Beatrice, schon seit einiger Zeit belügt und betrügt. Herzlich willkommen Arne!
(Arne tritt auf, setzt sich.)
SHOWMASTER: Hallo Arne!
ARNE. Hallo.
SHOWMASTER. Erzähl mal, wieso hast du das Gefühl, dass Beatrice dir fremdgeht?
ARNE. Na ja...ich hab’ neulich Männertangas und Sadomasospielzeug unter ihrem Bett gefunden...
(Beatrice kommt hereingestürmt.)
BEATRICE (furienhaft). Was hast du unter meinem Bett zu suchen!?
SHOWMASTER. Äh...herzlich willkommen Beatrice!
BEATRICE (lächelt). Hallo! (Zu Arne, wieder furienhaft.) Also, was wühlst du in meinen Sachen rum!?
ARNE. Na ja...nur so eben.
SHOWMASTER. Arne, das war nicht okay von dir! Aber Beatrice, wie erklärst du dir die Sachen, die Arne gefunden hat?
BEATRICE. Jetzt, wo ich weiß, dass er sowieso ständig meine Sachen durchsucht, kann es mir auch egal sein! Also, ich habe ein Verhältnis mit Christian!
(Arne ist außer sich.)
SHOWMASTER. Wer ist Christian?
ARNE. Mein Bruder! Diese Hure! (Piepen)
SHOWMASTER. Ihn zu uns ins Publikum. Hier ist Christian!
(Christian kommt hinzu.)
SHOWMASTER. Hallo Christian! Christian, wie stehst du zu der Sache?
CHRISTIAN (schaut zu Arne). Ja...also...das stimmt, ne?
(Allgemeines Entsetzen.)
(Anhaltende Stille.)
SHOWMASTER. Was meint denn unser Publikum dazu?
PERSON 3. Also echt mal, die da in der Mitte, die Britta-
BEATRICE. Beatrice.
PERSON 3. Ja egal. Also meinst du nicht, dass das ein bisschen mies ist, was du da abziehst?
PERSON 2 (steht auf und schreit). Er hat etwas humanes gesagt! Los, klatscht!
(Klatschen.)
BEATRICE. Ja wenn du wüsstest, mit wem Christian fremdgeht!
ARNE. Was!?
CHRISTIAN. Eh immer mit der Ruhe. Sei bitte still, Beatrice, sonst...du weißt schon...
SHOWMASTER. Keine Androhungen hier! Beatrice, erzähl mal, was ist mit Christian?
BEATRICE. Er geht mit Diana fremd.
(Entsetzen.)
SHOWMASTER. Uh lala, Christian!
CHRISTIAN. Das stimmt nicht!
(Allgemeines „Jaa jaa...“.)
SHOWMASTER: Am besten wir befragen Diana gleich selbst! Herzlich willkommen Diana!
(Diana kommt hinzu.)
SHOWMASTER: Diana! Hast du ein Verhältnis mit Christian?
DIANA. Nein. Ich bin verheiratet.
(Entsetzen.)
CHRISTIAN. Eh, willst du mich jetzt leugnen!?
DIANA. Sei still!
(Buhrufe.)
(Erna und Felix betreten die Bühne.)
SHOWMASTER. Äh...und wer seid ihr?
ARNE. O nein, nicht die auch noch!
ERNA. Das kann nicht sein, was hier alles erzählt wird!
ARNE. Ach sei still! Das ist eine Prostituierte, hört nicht auf sie!
ERNA. Na und? Immerhin war ich neulich bei dir zu Hause und hab Liebesdienste für das Geld deiner Frau gemacht!
(Entsetzen, Buhrufe.)
BEATRICE. Also warst du doch nur eine Hure!? (Piepen)
ERNA. Bitte dich, das ist ein angesehener Beruf!
BEATRICE. Ach sei still, du Gebrauchsgegenstand.
ERNA. Frustrierte Hausfrau!
BEATRICE. Entsafter!
(Allgemeines Lachen.)
BEATRICE. Sie weiß ja nicht mal, was sich gehört! Steht vor der Ehefrau ihres Kunden und verabschiedet sich mit „Auf Wiedersehen!“
ERNA. Na und?
BEATRICE. Das heißt „Tschüss“! Meinst du, ich bin auf ein Wiedersehen so heiß!?
ERNA. Wer weiß?
SHOWMASTER (zu Felix). Und wer bist du?
FELIX: Dianas Ehemann.
(Entsetzen.)
(Gregor kommt von hinten hinzugestürmt.)
GREGOR. Halt, halt! Ich kann alles aufklären!
SHOWMASTER. Äh...der steht gar nicht mit auf meiner Karte...
GREGOR. Ich heiße Gregor und ich rücke jetzt endlich mit der ganzen Wahrheit raus!
SHOWMASTER. Na dann mach mal.
GREGOR. Arne und Beatrice sind verheiratet, aber Beatrice hat ein Verhältnis mit Christian, der mit Diana schläft, zu der Beatrice auch ein Verhältnis hat! Diana ist mit Felix verheiratet, aber Arne und Felix schlafen mit Erna und sie mit Christian! Und nachdem Felix und Erna Christians Arne verbeatriceten, dianate Ernas Arne in Felix’ Christian, nachdem Beatrice Ernas Diana in Christans Felix arnte!
(Künstlerpause.)
SHOWMASTER. Und was ist mit dir?
GREGOR. Ich habe ein Verhältnis zu Arne, Beatrice, Christian, Diana, Erna und Felix.
(Entsetzen, versetzt mit vielen „Ähm...“.)
ARNE. Na toll, jetzt ist es raus! Meinst du, du kannst hier einfach so auftauchen wie der Kronzeuge einer Verhandlung und reinen Tisch machen!? Wir sind hier doch nicht beim Familiengericht!
SHOWMASTER (in schwarzer Kutte). Ich verurteile die Angeklagten zu einer Werbepause, die Sitzung ist geschlossen!
(Für ein paar Sekunden wird es dunkel im Studio, dann steht der Showmaster wieder im Scheinwerferlicht. Im Hintergrund bewerfen sich die anderen mit Taschen und Stühlen, prügeln sich auf den Sofas und machen einem mäßigen Radau dabei.)
SHOWMASTER. Sie wollen zehntausend Euro gewinnen? Ganz einfach! Beantworten Sie uns einfach folgende Frage: Mit wem hatte Arne ein Verhältnis? A – mit Erna oder B – Mit Diana? Rufen Sie uns an, die Nummer ist unten eingeblendet! Viel Glück!

~*~

Vierte Szene

SHOWMASTER. Da sind wir wieder bei (Liest das Logo wieder vor.)! Unser nächster Gast würde auch gern die Wahrheit erfahren und zwar über ihre beste Freundin!
(Caroline kommt herein und setzt sich.)
CAROLINE. Ja, also...ich habe die Angst, dass Steffi mit meinem Freund geschlafen hat.
(Entsetzen.)
SHOWMASTER. Wer ist denn den Freund?
CAROLINE. Der Markus.
SHOWMASTER. Gut, dann holen wir erst mal den Markus dazu!
(Markus betritt die Bühne.)
SHOWMASTER. Du schon wieder!?
MARKUS. Ja klar!
SHOWMASTER. Aber du warst doch vorhin schon hier...?
MARKUS. Das war mein Zwillingsbruder, ey!
(Lachen.)
SHOWMASTER. Nun ja. Also...bist du deiner Freundin fremd gegangen?
MARKUS. Ja nee.
WERNER (aus dem Hinterzimmer schreiend). Was für eine Freundin!?
SHOWMASTER. War das Werner?
CAROLINE. Wer ist Werner?
(Man sieht zwei Bedienstete in das Hinterzimmer gehen. Kurze Wutschreie von Werner, dann ist alles ruhig.)
SHOWMASTER. Egal.
MARKUS. Schatz, ich würde dich niemals belügen.
(Allgemeines „Jaa jaa...“.)
SHOWMASTER. Soviel zu Markus’ Meinung. Doch was sagt Carolines Freundin, die Steffi, dazu?
(Steffi kommt herein.)
STEFFI (verheult). Caro, es...es tut mir Leid, ich muss es dir gestehen...ja, ich bin fremd gegangen!
WERNER (aus dem Hinterzimmer schreiend). Was!? Das ist doch wohl die Höhe!
(Wieder kurzes Gerangel hörbar. Dann Stille.)
CAROLINE. Was!?
STEFFI. Es tut mir alles so leid, ich konnte dir nicht mehr in die Augen sehen seitdem…deswegen konnte ich es dir auch nicht sagen…
CAROLINE. Du bist doch echt das letzte...
STEFFFI. Nein, bitte, gib mir noch eine Chance! Es wird auch nicht wieder vorkommen! Am liebsten würde ich sterben, so elend geht’s mir. Ich kann mir das selbst nie wieder verzeihen...
(Es folgen Zurufe aus dem Publikum.)
PERSON 4. Dann stirb doch!
PERSON 1. Genau, du hast mit ihm geschlafen!
PERSON 5. Miststück!
PERSON 3. Echt mal!
PERSON 6. Du bist so zum kotzen, eh!
WERNER (aus dem Hinterzimmer schreiend). Ja, verrecke du kleine dreckige Hure! (Piepen) Dir ein, mit meinem Verlobten zu schlafen!?
(Wieder einmal kurze Wutschreie. Dann wird Werner quer über die Bühne abgeführt.)
WERNER (im Vorübergehen). Was fällt dir ein, du Miststück!? Markus! Sag, dass das nicht wahr ist! Wir haben uns geliebt! Du hast sogar Edeltraud für mich verlassen! Markus! Markus! (Er wird hinausgeschliffen.)
(Künstlerpause.)
STEFFI (zu Caroline flüsternd). Wo waren wir!?
CAROLINE (zu Steffi flüsternd). Du willst weinend aus dem Studio flüchten.
(Künstlerpause.)
(Steffi will weinend aus dem Studio flüchten, der Showmaster hält sie auf.)
STEFFI. Da bereut man mal was und wird auch noch fertig gemacht!?
SHOWMASTER. Sei froh, dass du kein Kerl bist, denen ergeht’s hier noch schlimmer.
STEFFI. Das ist ja ein öffentlicher Pranger! Nur für die Einschaltquoten!
(Künstlerpause.)
SHOWMASTER. Hier greife ich mal kurz ein. Und zwar haben wir einen Lügendetektortest gemacht. Caroline, wenn du dir den mal anhören würdest...?
CAROLINE. Ja klar.
(Steffi wird am Stuhl festgebunden. Es flackert abwechselnd grünes und rotes Licht.)
SHOWMASTER. Wir haben Steffi gefragt: Bist du fremd gegangen? Aber diese Frage hat sie uns schon selbst beantwortet. Allerdings haben wir noch zwei andere Fragen parat. Unsere erste Frage war: Bist du mehr als fünfmal mit ihm fremd gegangen? Steffis Antwort war: Ja. Und das ist...
(Lange Künstlerpause.)
(Grünes Licht erscheint.)
SHOWMASTER. Richtig!
PERSON 2 (steht auf und schreit). Sie hat die Wahrheit gesagt! Los, klatscht!
(Klatschen.)
SHOWMASTER. Unsere letzte Frage war: Willst du Caroline als Freundin zurück haben? Deine Antwort war: Ja.
(Grünes Licht.)
SHOWMASTER. Auch diese Antwort war richtig!
(Klatschen.)
(Schweigen.)
SHOWMASTER. Am besten ihr denkt nicht großartig weiter drüber nach sondern geht gleich zur Entscheidungstür! Kommt ihr alle bitte mit rüber?
(Alle gehen zur Tür, die nun in ein geheimnisvolles Licht getaucht wird. Der Showmaster gibt Caroline eine Fernbedienung mit nur einem einzigen großen roten Knopf drauf.)
SHOWMASTER. Du kannst jetzt entscheiden, ob du sie nie wieder sehen willst oder ihr verzeihst. Wenn du den roten Knopf drückst, wird die Tür zugehen und du wirst ihr nicht verzeihen.
CAROLINE. Woa Moment...wo soll ich draufdrücken..?
(Künstlerpause.)
STEFFI. Caro, bitte...Fehler passieren!
(Caroline nimmt sie in den Arm.)
STEFFI. Ach, Caro...
(Caroline stößt sie durch die Tür und drückt den Knopf.)
CAROLINE. Hure! (Piepen)
(Steffi will wieder zu Caroline und versucht nach vorn aus der Tür hinaus zu rennen. Dabei rennt die gegen die Tür, die daraufhin umkippt. Entsetzen. Schließlich kommt der Produzent und gibt ihr, noch gut sichtbar für alle, viel Geld in die Hand. Entsetzen.)
MARKUS. So bröckelt die Fassade...
(Künstlerpause.)
SHOWMASTER. Genau! So bröckelt die Fassade einer einstmals so schönen Freundschaft! Wir gehen derweil in die Werbung!

(Es wird wieder dunkel; anschließend steht der Showmaster wieder im Scheinwerferlicht. Hinter ihm küssen sich Markus und Caroline wild.)
SHOWMASTER. Da Sie zu dämlich waren für unsere erste Frage, wir aber mit unserem Gewinnspiel die letzten verfluchten Zuschauer behalten wollen, hier nun die Ersatzfrage für euch Trottel: Aus was besteht Kirschsaft? A – aus Kirschen oder B – aus Rasenmähern? Sie wissen ja; Anruf genügt. Der Produzent drückt Ihnen alle Daumen, die er nicht grad in der Auszubildenden stecken hat.

~*~

Fünfte Szene

SHOWMASTER. Hier sind wir wieder bei (Liest das Logo wieder vor.)! Unser letzter Gast für heute hat seit neuestem auch eine Neigung, von der selbst seine Freundin nichts geahnt hätte. Hier ist Lars! Herzlich willkommen, Lars!
(Lars kommt hinein und beginnt zu singen. Nach einer Weile fällt er zu Boden. Die Playbackmusik fällt dabei auf. Beschämt lacht er anstatt weiter zu singen. Irgendwann stoppt dann auch die Musik; Lars setzt sich.)
SHOWMASTER. Lars, du hast uns im Vorfeld dieser Sendung schon erzählt, dass du zwischen zwei Frauen hin und her schwankst. Und wir haben gesagt, dass wir versuchen, dir die Entscheidung leichter zu machen.
LARS. Ja...ich bin mir da wirklich nicht sicher. Weißt du, ich betrüge niemanden, okay? Ich habe beide bei meiner Musikschule kennen gelernt, für die ich auch ab und an mal werbe, und beide haben mich sofort angesprochen. Was mich völlig erstaunte, denn bisher stand ich nur auf Leute wie Sandra!
SHOWMASTER. Aber wieso hast du diese Vorliebe entwickelt? Deine beiden Traumprinzessinnen gleichen sich ja nun wirklich kaum.
LARS. Ich weiß, aber...na ja...
SHOWMASTER. Gut, holen wir die beiden eben rein! Einen großen Applaus für Sandra!
(Sandra, gertenschlank, wahnsinnig große Brüste, kommt hinein und tanzt an der Stange auf der Bühne. Sie ist im Allgemeinen sehr knapp bekleidet. Allgemeines Jubeln.)
SHOWMASTER. Sandra! Wie denkst du, kannst du Lars von dir überzeugen?
SANDRA. Mit meinem Körper.
(Lars schaut sich Sandra von oben bis unten eingehend an.)
SANDRA. Eh hörst du mal auf, mich hier so anzustarren, du Schwein!
LARS. Na was denn? Wenn du so was anziehst, kannst du doch davon ausgehen, dass jeder schaut.
SANDRA (genervt, verdreht die Augen). Na trotzdem...
SHOWMASTER. Bevor es hier noch heiße Luft gibt, lassen wir erst mal jegliche Luft entweichen! Hier ist Katie!
(Eine sehr gewichtige Frau betritt den Raum und tanzt ebenfalls an der Stange. Kleidung: Knapper Bikini.)
SHOWMASTER. Katie, herzlich willkommen! Was findet Lars an dir?
KATIE (grinst zu Lars). Er findet jedes Gramm so richtig geil.
LARS. Yeah!
SANDRA. Ey Moment, ja? Das ist mein Kerl!
KATIE. Nein, meiner!
SHOWMASTER. Beruhigt euch, Mädels! Wir wissen, wie ihr das lösen könnt! Hier ist...das Schlammbecken!
(Ein Schlammbecken wird hineingetragen. Ohne Zögern springen die beiden hinein. Es folgen Rufe aus dem Publikum.)
PERSON 1. Los, Bissattacke!
PERSON 5. Sandra, Tackle-Attacke!
PERSON 3. Kreideschrei!
PERSON 6. Silberblick!
PERSON 1. Los, Katie! Überroller!
(Wird das Stück aufgeführt, wird der folgende Text vom Aufnahmeleiter laut angesagt.)
(Sandra wird von Katie überrollt. Katie hat Sandra besiegt. Sandra verliert alle ihre KP. Katie erhält 659 EP! Katie versucht, Megahieb zu erlernen. Aber Katie kann nicht mehr als vier Attacken erlernen. Soll eine Attacke zugunsten von Megahieb vergessen werden? Soll Kratzfurie vergessen werden? 1, 2...Schwupp! Katie hat Kratzfurie vergessen. Und...Katie lernt Megahieb! Hey, Katie entwickelt sich! Katie wurde zu Katomon! Katie ist die Siegerin.)
SHOWMASTER. Uiui, das ging ja ganz schön zur Sache! Also, Katie, äh, -tomon, hier ist dein Preis! Lars!
(Die beiden umarmen sich; sie schmiert ihn mit Schlamm voll.)
SHOWMASTER (zu Sandra). Sag mal, würdest du dich auch mit einem Moderator begnügen?
SANDRA. Nee.
SHOWMASTER (flüstert zu ihr). Normalerweise sagen dann alle Leute im Fernsehen immer „Weiß ich nicht.“!
SANDRA (flüstert auch). Echt?
SHOWMASTER (flüstert immer noch). Ja, um die anderen nicht zu kränken!
SANDRA (flüstert). Krieg’ ich einen Extra-Zuschuss?
(Der Showmaster gibt ihr Geld.)
SANDRA. Oh Gott, ich brauche Trost! (Klammert sich an den Showmaster.)
SHOWMASTER (bekommt Nasenbluten). Womit unsere heutige Sendung leider schon beendet wäre! Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Nachmittag und wir sehen uns hoffentlich morgen wieder zu (Liest das Logo noch mal vor.)!
(Es wird wieder so dunkel wie zu Beginn der ersten Szene.)

~*~

Sechste Szene

(Person X steht aus seinem Sessel auf, schaltet den Fernseher aus, schüttelt mit dem Kopf und geht nach draußen. Dies ist wieder mit besonderem Licht zu bewerkstelligen. Auf der Bühne indes kommen alle Darsteller der Show zum Showmaster, neben dem nun der Produzent steht.)

PRODUZENT. Hervorragend, mein Lieber! Ich engagiere sie für mehrere Sendungen auf mehreren Kanälen. Sagen Sie, würden Sie sich eventuell auch für Gerichtsshows verpflichten? Sie haben ja heute eine so wunderbare Show abgeliefert...!
SHOWMASTER. Und wenn ich zu alt werde?
PRODUZENT. Stecken wir Sie einfach in Musiksendungen.
SHOWMASTER. Volksmusik?
PRODUZENT. Volksmusik.
SHOWMASTER. Playback?
PRODUZENT. Playback.
SHOWMASTER. Gage?
PRODUZENT. Hoch.
SHOWMASTER. Gut.
(Sie holen sich alle ihre Gage ab und verlassen dann die Bühne. Der Techniker bleibt zurück, räumt auf.)

TECHNIKER. Und die Moral von der Geschicht’: Vertraue deinem Nächsten nicht!
(Während er fegt, fällt der Vorhang. Das Licht bleibt brennen.)
(Man hört aus der Ferne die begeisterte Stimme des Produzenten.)
PRODUZENT. Ich wette mit Ihnen, dieses Stück wird sie alle aus den Sesseln gerissen haben! Vielleicht auf eine etwas andere Art als geplant, aber das ist es, was sie am meisten begeistert!
(Ungefähr eine Minute lang Stille.)
(Das nächste passiert hinter dem Vorhang, aber da das Licht noch brennt, sieht man die Gestalten noch schemenhaft.)
(Werner kommt über die Bühne gelaufen, wild, außer sich. In der linken hält der einen Revolver, in der Rechten eine nagelbespickte Keule.)
WERNER. Ich finde dich! Markus...komm mir nur nach Hause! Dann zerteile ich dich! Du Pottsau! (Er beginnt das Studio zu zerlegen.) Rargh! Du Schwein! Ich hasse dich! (Er schlägt weiter um sich.) Feuer! Brennen! Tod! Grargh! Norsk! Arysk! Black! Metal! Raaaargh, Sataaan...!!!
(Der Produzent kommt hinzu. Man erkennt ihm an einem weiblichen Anhängsel. Könnte die Auszubildende sein, aber Sandra würde auch gehen.)
PRODUZENT. Hey, die Rolle haben Sie erst in der nächsten Sendung, wenn rauskommt, dass Markus und Sie sich wegen Felix getrennt haben!
WERNER. Der Felix, der heute da war?
PRODUZENT. Genau der.
WERNER (zuckt mit den Schultern). Okay.
(Werner verlässt die Bühne. Der Produzent bleibt zurück.)
PRODUZENT. Licht aus, verdammt!
(Das Licht geht aus.)
PRODUZENT. Geht doch!
(Schließlich verlässt auch er die Bühne.)
(Jetzt erst ist das Stück vorbei.)

~*~

Abschließende Randbemerkung

Dieser Text enthält Anspielungen! Drei in Szene 1 Der Techniker heißt Hempel.), eine in Szene 5 und eine hier als Überschrift. Was der Autor damit bezwecken will...

...

..das weiß es auch nicht.
Doch um die Sache mit einem philosophischen Gedanken abzurunden: Denken wir nicht alle nie wirklich über das nach, was wir denken, tun, essen, trinken, anschauen, wünschen, schreiben, lesen, fordern, ablehnen, annehmen, genießen, verabscheuen, planen, ausarbeiten, durchführen, bezwecken, beeinflussen, ausrotten, erschaffen, ernst nehmen, verspotten, lieben, hassen und als Vorbild nehmen!?


Brot für die Welt!
(Wenn’s nur Grips enthält.)

~*~

Erinnerndes Nachwort

Lieber Rezipient: Sind Sie ein Trottel?

ENDE.



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